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HAPPY  MUHDAY
MOGLI

Übernommen: 26.03.2026

Eintritt Tierspital ZH:

geb. 16.03.2026

Art: Hochlandrind

Gestorben: 29.03.2026

Zuhause: in unseren Herzen

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Kalb von: MAPLE

Ein kurzes Aufleuchten im Dunkeln: Moglis Kampf und die unsichtbaren Opfer eines gnadenlosen Systems Ein Hilferuf, der das Herz zerreisst «Weisst du jemanden, der ein blindes, zweitägiges schottisches Hochlandrind bei sich aufnehmen kann und es von Hand aufziehen würde? Ich müsste ihn leider einschläfern lassen, möchte aber zuerst versuchen, einen Platz für ihn zu finden.» Diese Anfrage am 17. März 2026 rüttelte uns auf. Sie war ehrlich und gut gemeint, legte aber gleichzeitig die ungeschönte, brutale Realität der Nutztierhaltung offen: Wer nicht funktioniert, fliegt aus dem System. Wer keinen Ertrag bringt, wird zum wirtschaftlichen Ballast. Für uns war sofort klar: Wir wollen diesem blinden Kälbchen ein behütetes Leben schenken – aber nur gemeinsam mit seiner Mutter Maple. Nach intensiven Abklärungen mit unserem Pensionsbetreiber Peter und einem positiven Gespräch mit der Vorbesitzerin, die von unserer Bereitschaft, auch die Kuh zu übernehmen, tief berührt war, wurde der Transport für den 26. März 2026 organisiert. Die Ankunft in der Pension Burgstock Um dem blinden Mogli die zweistündige Reise so stressfrei wie möglich zu gestalten, reiste er sicher in einer grossen, mit Stroh ausgelegten Transportbox im Zugfahrzeug, während Maple im grosszügigen Anhänger untergebracht war. Gegen 13 Uhr erreichten sie die Pension Burgstock, wo Peter bereits alles liebevoll vorbereitet hatte. Die ersten Tage verliefen jedoch anders als erhofft. Maple, mit ihren drei Jahren selbst noch sehr jung, verhielt sich für eine Mutter recht distanziert und stiess den kleinen Mogli mit ihren Hörnern auch mal weg. Auch sonst nahmen wir bei ihr nicht in dem Masse die mütterliche Fürsorge wahr, wie wir dies von anderen Mutter-Kalb-Beziehungen kennen – vielleicht ein Zeichen dafür, dass sie in der ihr völlig fremden Umgebung schlicht mit ihrer ersten Mutterrolle überfordert war. Der verzweifelte Kampf ums Überleben Die Untersuchung durch unsere Tierärztin brachte schnell bittere Gewissheit: Mogli war mit seinen elf Tagen deutlich untergewichtig und litt an einer Nabelentzündung, Fieber und Durchfall. Da Maples Euter klein und unauffällig war, bestand der Verdacht, dass er bislang nicht ausreichend Muttermilch aufnehmen konnte. Es wurde daraufhin entschieden, Mogli unterstützend mit Kälbermilchersatz zuzufüttern. Er bekam dosiert Antibiotika gegen die Nabelentzündung und das Fieber, dazu Vitamine und Selen, um sein Immunsystem zu stärken. In regelmässigen Abständen reichten wir ihm Elektrolyte, um den Flüssigkeitshaushalt gegen den Durchfall aufrechtzuerhalten. Doch Moglis Zustand verschlechterte sich. Er lag immer öfter im Stroh unter der Wärmelampe. Auch in der Nacht auf Sonntag schaute Peter regelmässig nach ihm und gab ihm die Elektrolyte. Am frühen Sonntagmorgen fand er den kleinen Kämpfer regungslos im Stroh liegend. Mogli war friedlich und für immer eingeschlafen. Sein kleiner, geschwächter Körper und sein äusserst fragiles, anfälliges Immunsystem waren am Ende leider nicht stark genug, um diesen Kampf ums Leben zu gewinnen. Anklage gegen die Anonymität des Leids Der Schock sitzt tief, und anfangs quälten uns die Fragen: Haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen? War die Rettung von Anfang an zum Scheitern verurteilt? Rückblickend und mit dem nötigen Abstand zu diesem traurigen Ereignis wissen wir: Wir haben für Mogli medizinisch und menschlich alles in unserer Macht Stehende getan, was unter diesen schwierigen Umständen möglich war. Moglis kurzes Leben ist aber auch eine laute Anklage gegen eine industrialisierte Tierhaltung. Man kann nur erahnen, wie viele Kälber jährlich in der Schweiz mit Missbildungen oder Handicaps geboren und in der Anonymität der Betriebe namenlos, schweigend und ungesehen entsorgt werden, weil sie den Profit stören. Mogli hatte das Glück, vor seinem Tod einen Namen zu erhalten. Er durfte, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick, erfahren, was Liebe, Geborgenheit und eine weiche Decke aus Stroh bedeuten. Was bleibt: Ein Lebensbaum und Maples Freiheit Moglis sterbliche Überreste wurden eingeäschert. Zu seinem Gedenken haben wir auf der Anhöhe einer Weide am 2. Mai 2026 einen Lebensbaum gepflanzt – genau dort, wo er einst hätte voller Lebensfreude umherspringen sollen. Seine Asche hat unter den Wurzeln dieses Baumes ihre letzte Ruhe gefunden. Aus seinem tragischen Schicksal ist dennoch bleibendes Gutes entstanden: Mogli hat seiner Mama Maple die Tür in die Freiheit geöffnet. Sie lebt nun in einer stressfreien Herde auf Lebenszeit und immer in seiner Nähe. Unser tiefster Dank gilt Sandra Fritsche vom Verein tierglueck-ch.com, der Vorbesitzerin von Mogli für ihren Mut, unserem Pensionsbetreiber Peter Meier- Keel für seinen unermüdlichen Einsatz und allen Spendern, die uns mit ihrer liebevollen Anteilnahme auf diesem Weg begleitet haben. Markus Bosshard – StifNu
Nachruf
4. Juni 2026
Stiftung für Nutztiere

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