Stiftung für Nutztiere Hauptseestrasse 1156315 Morgarten / ZG
Freigekauft:
31.12.2018
geb. 17.08.2004
Art: Red Holstein
Mama von SONAS
Tierspital Zürich:
Gestorben:
09.12.2019
Zuhause:
in unseren Herzen
Wenn der Körper bricht, aber die Liebe bleibt: Ein Abschied von Suleika17. August 2004 – 9. Dezember 2019Das Gesicht hinter den Zahlen der MilchindustrieEsgibtBegegnungen,diesichtiefinsHerzeinbrennen–weilsieunsdieunendlicheSanftmuteinesTieresvorAugenführen undgleichzeitigdieunbarmherzigeHärteeinesSystemsoffenbaren,dasLebewesenzureinenProduktionseinheiten degradiert.SuleikawareinesolcheBegegnung.Siewareinesanfte,sehrzurückhaltendeundunglaublichliebenswerteKuh. UndsieträgteinebesondereGeschichte:SuleikawardieersteträchtigeMutterkuh,diewirimRahmenderUmstrukturierung desMilchbetriebesaufdemHunzenbergimWinter2018/2019indenlangsamwachsendenPensionsbereichübernehmen durften.EinTierfreundhattesiezuvorfreigekauft,dochihreZukunftwarfinanziellungewiss.AlssichkurzdaraufaucheinePatin fand,diediePatenschaftfürihrungeborenesKälbchenübernahm,wendetesichdasBlatt.Unsgingesdamalsumdas Wesentliche,daseinerMilchkuhihrLebenlangverwehrtbleibt:SuleikasolltenachelfJahrenderTrennungunddesVerlusts endlich ihr zwölftes Kälbchen behalten und einfach nur Mutter sein dürfen.Ein gestohlenes Glück wird WirklichkeitAm4.Januar2019schenkteSuleikaeinemgesundenKuhkälbchendasLeben.SeineRetterintaufteesSonas–dasgälische WortfürGlück.EswareinzutiefstberührendesPrivileg,mitzuerleben,wierührendundinstinktivsichSuleikaumihrJunges kümmerte.WerdiegrausamenHintergründedermodernenNutztierhaltungkennt–inderKälberihrenMütternunmittelbar nachderGeburtentrissenwerden,damitdieMilchfürdenmenschlichenKonsumabgemolkenwerdenkann–,derversteht, wie kostbar diese Momente waren. Solche Erlebnisse sind es, die uns den Sinn unserer Arbeit täglich vor Augen führen.Suleikawareinegrossartige,stolzeMutter.AlsdieHerdeimAprildasersteMalaufdieWeidedurfte,wichdiekleineSonas nichtvonihrerSeite.WannimmerdasKälbchendurstigwar,warSuleikazurStelle.Eswareineinnige,unzertrennliche Verbindung.DankdernahrhaftenMuttermilchwuchsSonasvonWochezuWochezueinemkräftigen,eigenständigenund wunderschönen Jungrind heran.Die unbarmherzigen Spuren der JahreDochwährendSonasaufblühte,fordertendieüber14JahrederunerbittlichenAusbeutungalsHochleistungs-Milchkuhbei SuleikaihrenunübersehbarenTribut.IhrKörperwarverschlissen.DasLaufen,dasAbliegenunddasAufstehenfielenihrvon TagzuTagschwerer.DieWege,diesiezurücklegte,wurdenkürzer;ihreLebensenergieschienderErschöpfungeinesvielzu langen, harten Arbeitslebens zu weichen.Wirversuchtenalles:unterstütztensiemitAufbaupräparatenundSpritzengegendieSchmerzen.Dochwirmussten schmerzhafteinsehen:WirkonntendenRaubbau,dendieMilchindustrieübereinJahrzehntandiesemwunderbarenGeschöpf begangen hatte, nicht ungeschehen machen.Am6.Dezember2019verliessenSuleikadieKräfteendgültig.NachTagendesschwerenKampfeskonntesieauseigenerKraft nichtmehraufstehen.DietierärztlicheUntersuchungzeigtedasganzeAusmassdesVerschleisses:einemassiveArthrose, gepaartmitschwerenMuskel-undSehnenverletzungen–diedirektenSpureneinesLebensaufhartenSpaltenbödenund unterständigerkörperlicherÜberforderung.EinstressvollerTransportindasTierspitalwurdeunsimSinnedesTierwohls nicht mehr empfohlen.Ein Abschied in GeborgenheitZweiTagelangkämpftenwirintensivumsie.Wirversuchten,ihrenZustandmitMedikamentenzustabilisieren,halfenihr miteinemspeziellenStandliftaufdieBeine,umauchihreinnerenOrganezuentlasten,undholtendiekleineSonaszuihr,um ihren Lebenswillen zu wecken. Doch Suleikas Körper war müde, die Last des erlittenen Schadens zu schwer.WirmusstendieschwersteallerEntscheidungentreffenundSuleikagehenlassen.ImBeiseinihresgeliebtenKälbchensSonas schlief sie friedlich und für immer ein.Ein Vermächtnis, das bleibtSuleikadurftenureineinzigesJahrinFreiheitverbringen–einvielzukurzesLebennachfastanderthalbJahrzehntendes Funktionieren-Müssens.Unddochsindwirzutiefstdankbar,dasswirihrdieseseine,selbstbestimmteJahralsMutter schenken durften.IhrSchicksalstehtstellvertretendfürMillionenvonnamenlosenMütternindenStällen,derenSchmerzungehörtbleibt.Es erinnertunsdaran,dassjedervonunsdieMachthat,diesesUnrechtzubeenden.Esbrauchtdafürnichtviel–nureinHerzam richtigen Fleck und eine Moral, die auch die Schwächsten unserer Gesellschaft einschliesst.In dankbarer ErinnerungDieStiftungfürNutztieredanktderFamilieAnitaundMarkusKappelervonganzemHerzenfürdiegrossherzige,treueund selbstloseUnterstützung,diesieSuleikazuLebzeitenalsPatenzukommenliessen.MitEuchzusammenkonntenwirSuleika, wenn auch nur für eine kurze Zeit, das Leben lebenswert machen.Markus Bosshard – StifNu
Nachruf
– Ruhe in Frieden, allerliebste Suleika –Du hast deinem Kälbchen Sonas Schutz und Liebe geschenkt,ein unsichtbares Band, das uns im Herzen lenkt.Nun bist du erlöst von aller Last und allem Schmerz,doch du lebst weiter in ihr und in unserem Herz.Lauf frei im Licht, wunderbare Suleika.“
NEWS 1 / 5Ein neues und benutzerfreundliches Webseiten-Design für die Domain stifnu-tiere.chwurde heute, 29.12.2024 online geschaltet.Dezember 2024
NEWS 5 / 5Die Stiftung übernimmt per 1.12.2025 14 Skudde Schafe aus privater Haltung.November 2025
NEWS 4 / 5Das neue und benutzerfreundliche Webseiten-Design für die Domain stifnu.chwurde am 26.11.2025 online geschaltet.November 2025
NEWS 3 / 5Stiftungsbeiträge werden ab sofort nicht mehr auf Facebook und Instagram publiziert!(unsere Konten wurden mehrfach gehackt)Dezember 2024
NEWS 2 / 5alle Seiten der Domain stifnu.chwerden vorraus-sichtlich gegen Ende des 4. Quartal 2025 auf das neue Webseiten-Design umgestellt.Dezember 2024
Wenn der Körper bricht, aber die Liebe bleibt: Ein Abschied von Suleika17. August 2004 – 9. Dezember 2019Das Gesicht hinter den Zahlen der MilchindustrieEs gibt Begegnungen, die sich tief ins Herz einbrennen – weil sie uns die unendliche Sanftmut eines Tieres vor Augen führen und gleichzeitig die unbarmherzige Härte eines Systems offenbaren, das Lebewesen zu reinen Produktionseinheiten degradiert. Suleika war eine solche Begegnung. Sie war eine sanfte, sehr zurückhaltende und unglaublich liebenswerte Kuh. Und sie trägt eine besondere Geschichte: Suleika war die erste trächtige Mutterkuh, die wir im Rahmen der Umstrukturierung des Milchbetriebes auf dem Hunzenberg im Winter 2018/2019 in den langsam wachsenden Pensionsbereich übernehmen durften.Ein Tierfreund hatte sie zuvor freigekauft, doch ihre Zukunft war finanziell ungewiss. Als sich kurz darauf auch eine Patin fand, die die Patenschaft für ihr ungeborenes Kälbchen übernahm, wendete sich das Blatt. Uns ging es damals um das Wesentliche, das einer Milchkuh ihr Leben lang verwehrt bleibt: Suleika sollte nach elf Jahren der Trennung und des Verlusts endlich ihr zwölftes Kälbchen behalten und einfach nur Mutter sein dürfen.Ein gestohlenes Glück wird WirklichkeitAm 4. Januar 2019 schenkte Suleika einem gesunden Kuhkälbchen das Leben. Seine Retterin taufte es Sonas – das gälische Wort für Glück. Es war ein zutiefst berührendes Privileg, mitzuerleben, wie rührend und instinktiv sich Suleika um ihr Junges kümmerte. Wer die grausamen Hintergründe der modernen Nutztierhaltung kennt – in der Kälber ihren Müttern unmittelbar nach der Geburt entrissen werden, damit die Milch für den menschlichen Konsum abgemolken werden kann –, der versteht, wie kostbar diese Momente waren. Solche Erlebnisse sind es, die uns den Sinn unserer Arbeit täglich vor Augen führen.Suleika war eine grossartige, stolze Mutter. Als die Herde im April das erste Mal auf die Weide durfte, wich die kleine Sonas nicht von ihrer Seite. Wann immer das Kälbchen durstig war, war Suleika zur Stelle. Es war eine innige, unzertrennliche Verbindung. Dank der nahrhaften Muttermilch wuchs Sonas von Woche zu Woche zu einem kräftigen, eigenständigen und wunderschönen Jungrind heran.Die unbarmherzigen Spuren der JahreDoch während Sonas aufblühte, forderten die über 14 Jahre der unerbittlichen Ausbeutung als Hochleistungs-Milchkuh bei Suleika ihren unübersehbaren Tribut. Ihr Körper war verschlissen. Das Laufen, das Abliegen und das Aufstehen fielen ihr von Tag zu Tag schwerer. Die Wege, die sie zurücklegte, wurden kürzer; ihre Lebensenergie schien der Erschöpfung eines viel zu langen, harten Arbeitslebens zu weichen.Wir versuchten alles: unterstützten sie mit Aufbaupräparaten und Spritzen gegen die Schmerzen. Doch wir mussten schmerzhaft einsehen: Wir konnten den Raubbau, den die Milchindustrie über ein Jahrzehnt an diesem wunderbaren Geschöpf begangen hatte, nicht ungeschehen machen.Am 6. Dezember 2019 verliessen Suleika die Kräfte endgültig. Nach Tagen des schweren Kampfes konnte sie aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen. Die tierärztliche Untersuchung zeigte das ganze Ausmass des Verschleisses: eine massive Arthrose, gepaart mit schweren Muskel- und Sehnenverletzungen – die direkten Spuren eines Lebens auf harten Spaltenböden und unter ständiger körperlicher Überforderung. Ein stressvoller Transport in das Tierspital wurde uns im Sinne des Tierwohls nicht mehr empfohlen.Ein Abschied in GeborgenheitZwei Tage lang kämpften wir intensiv um sie. Wir versuchten, ihren Zustand mit Medikamenten zu stabilisieren, halfen ihr mit einem speziellen Standlift auf die Beine, um auch ihre inneren Organe zu entlasten, und holten die kleine Sonas zu ihr, um ihren Lebenswillen zu wecken. Doch Suleikas Körper war müde, die Last des erlittenen Schadens zu schwer.Wir mussten die schwerste aller Entscheidungen treffen und Suleika gehen lassen. Im Beisein ihres geliebten Kälbchens Sonas schlief sie friedlich und für immer ein.Ein Vermächtnis, das bleibtSuleika durfte nur ein einziges Jahr in Freiheit verbringen – ein viel zu kurzes Leben nach fast anderthalb Jahrzehnten des Funktionieren-Müssens. Und doch sind wir zutiefst dankbar, dass wir ihr dieses eine, selbstbestimmte Jahr als Mutter schenken durften.Ihr Schicksal steht stellvertretend für Millionen von namenlosen Müttern in den Ställen, deren Schmerz ungehört bleibt. Es erinnert uns daran, dass jeder von uns die Macht hat, dieses Unrecht zu beenden. Es braucht dafür nicht viel – nur ein Herz am richtigen Fleck und eine Moral, die auch die Schwächsten unserer Gesellschaft einschliesst.In dankbarer ErinnerungDie Stiftung für Nutztiere dankt der Familie Anita und Markus Kappeler von ganzem Herzen für die grossherzige, treue und selbstlose Unterstützung, die sie Suleika zu Lebzeiten als Paten zukommen liessen. Mit Euch zusammen konnten wir Suleika, wenn auch nur für eine kurze Zeit, das Leben lebenswert machen.Markus Bosshard – StifNu
Nachruf
– Ruhe in Frieden, allerliebste Suleika –Du hast deinem Kälbchen Sonas Schutz und Liebe geschenkt,ein unsichtbares Band, das uns im Herzen lenkt.Nun bist du erlöst von aller Last und allem Schmerz,doch du lebst weiter in ihr und in unserem Herz.Lauf frei im Licht, wunderbare Suleika.“