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HAPPY  MUHDAY
MAJA

Übernommen: 22.12.2016

Eintritt Tierspital ZH:

geb. 22.05.2003

Art: Swiss Brown

Gestorben: 05.04.2022

Zuhause: in unseren Herzen

17.04.2017 - 26.05.2017

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Gefährtin von BIGI

Nachruf
Maja – Ein Leben voller Sanftmut, Würde und spätem Glück 22. Mai 2003 – 5. April 2022 Ich übernahm Maja im Dezember 2016 von Herrn Prof. Dr. vet. Ueli Braun vom Tierspital Zürich. Es war der Moment, als bekannt wurde, dass der Stiegenhof in Oberembrach, wo Maja bislang zu Hause war, mit dem neuen Strickhof der Agrovet in Effretikon zusammengelegt werden sollte. Bedauerlicherweise war der neue, moderne Laufstall nicht für Kühe mit Hörnern ausgelegt – ein Schicksal, das Maja mit ihrer langjährigen, treuen Weggefährtin Bigi teilte. Da stolze Hörner in der modernen Landwirtschaft oft keinen Platz mehr finden, wandte sich Herr Braun an mich, um den beiden Freundinnen ein Weiterleben in einer artgerechten Umgebung zu ermöglichen. Vom Rampenlicht im Freilichtspiel zum geretteten Herzensbrecher Herr Braun hatte Maja schon Jahre zuvor in sein Herz geschlossen: Im Jahr 2007 besuchte er das Freilichtspiel «No e Wili» in Hemishofen bei Stein am Rhein, wo Maja zusammen mit einer weiteren Kuh voller Geduld den Strohwagen in der Aufführung zog (1. Bild in der Dia-Show – Maja läuft auf der rechten Seite). Berührt von ihrem Wesen kaufte er beide Tiere dem damaligen Bauern ab. Maja war zeitlebens ein unglaublich liebes und geduldiges Geschöpf – auch ich schloss sie sofort in mein Herz, als ich sie übernahm. Da ihr endgültiger Lebensplatz noch im Aufbau war, brachte ich sie zunächst provisorisch auf einem Pensionshof in Bäretswil im Zürcher Oberland unter. Der tapfere Kampf gegen schmerzhafte Klauenleiden Nur wenige Wochen nach ihrer Ankunft in Bäretswil bekam Maja akute, schwere Klauenprobleme, die vor Ort nicht behandelt werden konnten. Ich brachte sie umgehend ins Tierspital Zürich, wo ich sie bei Prof. Dr. vet. Ueli Nuss und seinem Team in den besten Händen wusste. Die Diagnose war bitter: Gravierende Abszesse an und in den Klauen des linken Hinterbeins sowie des rechten Vorderbeins, dazu ein weiterer Abszess am rechten Sprunggelenk. Unter Lokalanästhesie wurde Maja operiert und in den folgenden Wochen mit intensiven Wundspülungen, Klauenverbänden, Medikamenten und unendlich viel Liebe wieder gesund gepflegt. Zurück in Bäretswil genoss sie daraufhin einen friedlichen Sommer und Herbst auf der Weide, und ich besuchte sie, sooft ich nur konnte. Ein dunkles Kapitel: Die Grausamkeit von Anbindehaltung und Hornkürzung Am 6. Januar 2018 erlebte ich bei einem meiner Besuche jedoch einen tiefen Schock, der mich fassungslos und wütend zurückliess: Ich fand Maja alleine im Stall vor, mit einem sehr kurzen Strick angebunden, sodass sie kaum stehen konnte. Noch während ich den verantwortlichen Betreiber telefonisch mit dieser gänzlich inakzeptablen Anbindehaltung konfrontierte, fiel mein Blick auf ihren Kopf: Dem wehrlosen Tier waren an beiden Hörnern eigenmächtig etwa 5 Zentimeter abgesägt worden. Diese Dreistigkeit, Ignoranz und die vollkommen absurde Argumentation des Betreibers waren unerträglich. Eine solche grausame Verstümmelung und die beengende Anbindehaltung bedeuten schweres körperliches und seelisches Leid für eine Kuh. Es sind Praktiken aus einer veralteten Landwirtschaft, die in einer tiergerechten Pension absolut keinen Platz haben und niemals toleriert werden dürfen! Das grosse Wiedersehen und die glücklichen Jahre in der Schönau Ich handelte umgehend. Am 24. Februar 2018 erlöste ich Maja gemeinsam mit Sepp Dörig aus diesem schrecklichen Ort in Bäretswil und überführte sie in die damals noch im Aufbau befindliche Kuh- und Ochsenpension Schönau (SG). In diesem neuen, freien Zuhause blühte Maja auf Anhieb auf. Und das grösste Glück wartete nur einen Tag später auf sie: Ihre geliebte Gefährtin Bigi zog ebenfalls in die Pension ein. Die Freude des Wiedersehens nach den schweren Monaten der Trennung war bei den beiden Kuh-Freundinnen riesig. Gemeinsam mit Bigi und rund 30 weiteren Herdengefährten durfte Maja in der Schönau endlich das unbeschwerte, artgerechte und erfüllte Leben im Laufstall und auf den grünen Weiden führen, das sie so sehr verdient hatte. Wenn die Lebensuhr langsamer tickt: Liebevolle Fürsorge im Alter Doch auch bei Maja machte sich ihr Alter langsam bemerkbar. Fressunlust, Euterentzündungen und schmerzende Gelenke waren die Baustellen, die unser Tierarzt bei Maja immer wieder einmal behandeln musste. Während der Wintermonate 2021/2022 baute ihr Körper sichtbar ab. Die einst so starke und stolze Maja war nur noch ein Schatten ihrer selbst. Doch Isabelle, die Betreiberin und Witwe von Sepp Dörig, gab Maja nicht auf. Liebevoll kümmerte sie sich jeden Tag um sie und richtete ihr einen separaten Bereich ein, wo sie ungestört und geschützt verweilen konnte, ohne auf den Kontakt zur Gemeinschaft verzichten zu müssen. Zu dieser Zeit kam auch die damals trächtige Bridget wieder auf den Betrieb zurück und leistete Maja in ihrem «Privatbereich» Gesellschaft. Da wir Maja aufgrund ihrer Schwäche nicht mehr mit der Herde zusammen auf die grossen Weiden lassen wollten, brachte Isabelle sie zusammen mit Bridget und einer weiteren älteren Kuhdame, Fiona, auf die unmittelbar angrenzende kleine Hausweide. Ein letztes Geschenk: Die Ankunft eines neuen Lebens Dort erlebte Maja am 22. März 2022 auch die Geburt von Brandon, dem Kälbchen von Bridget. Rührend kümmerten sich die «Tanten» Maja und Fiona zusammen mit Mama Bridget um den kleinen Wirbelwind und Erdenneuling. Es war nochmals ein wunderschöner und erlebnisreicher Frühlingsmonat für Maja, in dem sie sichtlich aufblühte – doch nur Tage später mussten wir sie gehen lassen. Ihre Kraft reichte nicht mehr; die letzten Sandkörner in der Lebensuhr von Maja waren unwiederbringlich durchgelaufen. In dankbarer Erinnerung und tiefer Verbundenheit Maja wurde stolze 19 Jahre alt. Wir sind unendlich dankbar, dass wir ihr diese glücklichen, freien Jahre schenken durften. Ein Meilenstein, der ohne treue und herzliche Unterstützung nicht möglich gewesen wäre. Ein ganz besonderer, zutiefst empfundener Dank gebührt Isabelle Dörig: Sie hat sich in den schwersten Monaten mit unendlicher Geduld, rührend und auf eine absolut nicht selbstverständliche Art und Weise um Maja gekümmert und ihr bis zum letzten Tag Geborgenheit geschenkt. Ebenso dankt die Stiftung für Nutztiere Herrn Ueli Braun und Annette Schuppisser von ganzem Herzen für die grossherzige, treue und selbstlose Unterstützung, die sie Maja zu Lebzeiten als Paten zukommen liessen. Ihr alle habt Maja eine Stimme, Würde und ein echtes Zuhause gegeben. Markus Bosshard – StifNu
– Ruhe in Frieden, allerliebste Maja – Ein sanftes Wesen, das so viel ertrug, bis dich ein treuer Freund in die Freiheit trug. Nun bist du erlöst von Fessel und Schmerz, für immer vereint mit Bigi in unserem Herz. Hab Dank für deine unendliche Geduld, liebe Maja.
Stiftung für Nutztiere

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